VDMA: Anhebung von Schwellenwerten bei der energetischen Inspektion von Klima- und Heizungsanlagen ist nicht im Sinne des Umweltschutzes

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Die Zusammenführung der Gesetzgebung zur Einsparung von Energie in Gebäuden bringt Änderungen mit sich. Nicht alle scheinen im Sinne des Umweltschutzes optimiert.

Regeln in Bezug auf Gebäudeenergie gibt es gleich mehrere. Derzeit laufen diese noch parallel, eine Zusammenführung soll jedoch erfolgen.

So ist die Energetische Inspektion von Klimaanlagen Bestandteil der bisher gültigen EPBD-Richtlinie – Energy Performance of Buildings Directive - und der deutschen Energieeinsparverordnung (EnEV).  Darüber hinaus ist sie in der neuen EPBD-Richtlinie 2018 verankert, die die Bundesregierung voraussichtlich in Form des GebäudeEnergieGesetzes (GEG) verabschieden wird.

Zweck all dieser Verordnungen ist die Einsparung von Energie in Gebäuden.

Nach § 12 EnEV sind Eigentümer und Betreiber von Klimaanlagen mit einer Leistung ab 12 kW zur wiederkehrenden Durchführung von Energetischen Inspektionen verpflichtet.

Nun erhöht jedoch die neue EPBD-Richtlinie in Artikel 15 den Schwellenwert, ab dem eine Energetische Inspektion für Klimaanlagen durchzuführen ist. Dieser liegt laut EPBD-Richtlinie dann bei 70 kW. Darüber hinaus sind zukünftig auch kombinierte Klima- und Lüftungsanlagen mit einer Nennleistung von mehr als 70 kW zu inspizieren. Diese Regelung ist neu. 

Ebenfalls betroffen von der Anhebung sind Heizungsanlagen. Ursprünglich ab einer Leistung von 20 kW zu inspizieren, legt die EPBD-Richtlinie auch für diese eine Energetische Inspektion ab 70 kW fest.

Der Fachverband Allgemeine Lufttechnik im VDMA spricht sich klar gegen die Anhebung der Schwellenwerte aus, die eine hohe Anzahl von Anlagen aus der Inspektionsverpflichtung entlässt. „Weder im Sinne des Umweltschutzes, noch aus technischen oder energetischen Aspekten, ist diese Anhebung sinnvoll“, sagt Thomas Damm, Referent der Fachabteilung Klima- und Lüftungstechnik im VDMA.

Ob Deutschland die Anhebung der Leistungsschwellenwertes umsetzt oder bei den bisher geltenden 12 kW für Klimaanlagen und 20 KW für Heizungsanlagen belässt, ist aktuell unklar.