BIM-Projekte erfordern Standards

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Chancen und Herausforderungen von Building Information Modeling – zum VDMA BIM-Praxistag des VDMA Forum Gebäudetechnik am 28. Mai 2018 wurde schnell klar: Um Prozesse in Modellierung und Automation zu ermöglichen, braucht es Standards.

Die „BIM-Live Demonstration“ der Plandata Datenverarbeitungs GmbH hatte am BIM-Praxistag des VDMA Forum Gebäudetechnik ihren Fokus auf den Themen Heiztechnik, automatisierte Lüftungstechnik sowie Aufzugstechnik. Am Beispiel eines Closed-BIM-Projektes informierten Oliver John und Alex Hess von Plandata die rund 60 Teilnehmer der VDMA-Veranstaltung über den derzeitigen Status der Abwicklung von BIM-Projekten.

Hierbei entsprechen geschlossene, sogenannte Closed-Projekte, dem aktuellen BIM-Status, wobei jedoch die Realisation von Open-BIM-Projekten auf lange Sicht das Ziel sein muss. Open-BIM bedeutet die Projektumsetzung auf Basis unterschiedlicher Software, welche problemlos miteinander kompatibel ist. Nach Einschätzung von Plandata ein Prozess, der bis zur Umsetzung noch Jahre dauern wird. Eine Standardisierung wäre nach Meinung der Datenexperten bereits heute durchaus möglich, gebe es unter den Beteiligten eine Einigung auf eine gemeinsame Sprache bzw. ein gemeinsames Bekenntnis zur Umsetzung.

Noch ist viel „Handarbeit“ nötig, das zeigte die praktische Demonstration von Alex Hess, Plandata, beim Aufbau eines TGA-Revit-Modells mit Lüftungssystem. „Wer sich jedoch einmal mit BIM auseinandergesetzt hat, will nicht mehr zurück“, betonte er, wobei die Fragen und Anmerkungen der Teilnehmer die unterschiedlichen Entwicklungsstufen einzelner Unternehmen verdeutlichten.

Für Dr. Thomas Schräder, Geschäftsführer des Fachverbandes Allgemeine Lufttechnik im VDMA, stehen die nächsten Schritte fest: „Unsere Aufgabe muss es sein, in Herstellergremien Konsens zu den bei BIM-Modellen notwendigen standardisierten, digitalen Produktdatensätzen herbeizuführen, ohne dabei den Wettbewerb um die technisch beste Lösung auszusetzen.“ Dass sich die Gebäudetechnik in diesen Entwicklungsprozess einbringen muss, ist für Schräder ein absoluter Anspruch. „Es braucht dringend Standards, um Prozesse der Modellierung und Automation zu ermöglichen. Hierbei müssen wir uns aktiv in die Normung einbringen“, bekräftigte er.

Hersteller von Gebäudetechnik besetzen im digitalen Transformationsprozess gleich mehrere Schnittstellen. Sie können in der eigenen Produktion Industrie 4.0-Lösungen umsetzen und ihre Produkte werden sich, analog zu diesen Internet of Things-Konzepten, zukünftig digital in Gebäuden vernetzen. Mit Hilfe digitaler BIM-Modelle vernetzen sie sich darüber hinaus mit den übrigen Teilnehmern der Wertschöpfungskette Bau beim Planen, Bauen und Betreiben eines Gebäudes.

Auch wenn zu „Klick und Play“ noch ein langer Weg und eine Menge an Standardisierung von Nöten sein wird, so steht schon heute fest: Die Unternehmen der Gebäudetechnik sehr früh in den Planungsprozess einzubinden, bietet wertvolle Chancen. Eine sorgfältig geplante Gebäudetechnik hat durch ihre Energieeffizienz positive Auswirkungen auf die Betriebskosten und darüber hinaus Erfolg versprechenden Einfluss auf die Arbeits- und Lebensqualität. Ziel muss es sein, zukünftig Gebäudetechnik per Simulation in digitalen Modellen in diesem Sinne optimieren zu können.