Feinstaub die unsichtbare Gefahr

TROX GmbH, Neukirchen-Vluyn

Luft kennt fast keine Grenzen, sie ist nahezu überall. Und in ihr: Feinstaub in unterschiedlichster Konzentration. Wenn Vermeidung nicht zu 100% möglich ist, heißt es effizient und ökonomisch Abscheiden wo immer möglich.

Wer hat es selbst nicht schon erlebt: Häuser, Straßen, Leute auf ihrem Weg, garniert mit ein wenig Grün, es qualmt, es riecht unangenehm, die Augen brennen und man möchte am liebsten gar nicht mehr atmen. Aus den Medien kennen wir die Bilder aus China oder Indien mit Personen auf Mofas im dichten Straßenverkehr, die mit Mundschutz versehen in einer gelb-bräunlichen Wolke verschwinden.

Exoten und weit weg mag man denken, aber falsch: Deutschland war bereits weit vor dem Dieselgate und der aktuellen Diskussion um Schadstoffemissionen betroffen.

Die Menschen in Deutschland verbringen mit 90% weitaus den größten Teil ihres Lebens in Innenräumen, davon im Durchschnitt etwa zwei Drittel in ihrer eigenen Wohnung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die EU überwachen heute PM10 und PM2,5 (Teilchen im Größenbereich von weniger als 2,5 Mikrometer) und berichten über die negativen Gesundheitseffekte dieser Feinstaubpartikel und deren Fähigkeit, in unsere Lungen einzudringen und Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen und -Morbidität zu verursachen. Auch wenn es in den Räumen selber Emittenten von Feinstaub gibt, so muss es das Ziel sein die von außen in Gebäude eingebrachte Feinstaubmenge auf das erforderliche Maß zu reduzieren. Dies ist nur über eine gezielte Filterung der Luft möglich. Dabei rücken die Faktoren fraktionsorientierte Feinstaubabscheidung, anwendungsspezifische Auswahl der Filter, Energieeffizienz und Lebenszykluskosten verstärkt in den Fokus.

Die Luftfilterindustrie hat gemeinsam mit den Herstellern von Filtermedien und Forschungsinstituten auf internationaler Ebene große Anstrengungen unternommen, die Luftfilterstandards innovativ weiter zu entwickeln. Dies

ist mit der im Dezember 2016 erschienen neuen Internationalen Normenreihe ISO 16890 Luftfilter für die allgemeine Raumlufttechnik gelungen. Einen wesentlichen Beitrag am Entstehen der Reihe ISO 16890 haben die im Normenausschuss Maschinenbau (NAM) im DIN wirkenden deutschen Unternehmen der Luftfilterindustrie geleistet.

Seit Januar 2017 ersetzt die neue Prüfnorm ISO 16890 zur Filterbewertung und -klassifizierung den bisherigen Standard EN 779 und wird spätestens ab Mitte 2018 alleingültig werden. Mit dieser neuen Methode zur Bewertung von Luftfilterelementen wird ein Paradigmenwechsel vollzogen: Künftig werden die Filterabscheidegrade mit Blick auf die Feinstaubklassen PM1, PM2,5 und PM10 bestimmt, die auch von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und von Umweltbehörden als Bewertungsgrößen herangezogen werden. Auf Basis dieser Vergleichswerte können Anwender ihre Filter künftig zielgerichteter anhand der eigenen Anforderungen auswählen.

 

 

*Als Feinstaub bzw. Schwebstaub (engl.: Particulate Matter, kurz PM) bezeichnet man kleine bis kleinste Partikel in der Luft, die für eine bestimmte Zeit in der Atmosphäre schweben, also nicht sofort absinken. Diese sind ihrer Größe entsprechend in Fraktionen eingeteilt. Dabei werden Staubteilchen mit einem aerodynamischen Durchmesser, der kleiner ist als 10 Mikrometer (1 µm = eintausendstel mm), zur Fraktion PM10 gezählt. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar hat im Durchschnitt einen Durchmesser zwischen 60 und 80 Mikrometern.